Grüne LAG Konferenz zur zweiten Regierungshalbzeit

Die Grüne LAGen Konferenz ermöglicht zur Halbzeit der Regierungsbeteiligung allen Mitgliedern einen gegenseitigen Austausch über Hoffnungen, Wünsche, Befürchtungen und Pläne für die zweite Hälfte R2G in Berlin. In konstruktiver Gesprächsatmosphäre bietet sie den Raum zur Bestandsaufnahme, Profil-schärfung und Vernetzung. Vor allem dient sie als Plattform für den Blick nach vorn.

In Arbeitsgruppen wird eine Auswahl an Themen dieser Stadt aus unterschiedlichen und neuen Blickwinkeln betrachtet und besprochen. So können zusätzliche neue Ideen für die Arbeit auf den unterschiedlichen Ebenen entstehen und in die Politik einfließen. Hier gehts zur Anmeldung.

Ort

Forum Factory Berlin
Besselstraße 13-14
10969 Berlin

 

Ablauf

09:30 Uhr: Ankunft / Anmeldung
10:00 Uhr: Begrüßung und Keynote
11:00 Uhr: Arbeitsgruppen-Phase 1
12:45 Uhr: Podiumsdiskussion, anschließend Mittagspause
15:15 Uhr: Arbeitsgruppen-Phase 2
17:00 Uhr: Abschluspodium
18:00 Uhr: Ende

 

Hier findet ihr noch einmal das Programm als PDF. Folgende Arbeitsgruppen werden angeboten:

 

Phase 1:

Nachhaltiges Wirtschaften: Heute und Morgen

Für immer mehr Unternehmen ist nachhaltiges Wirtschaften ein Erfolgsrezept. Immer mehr Wirtschaftszweige nehmen die Herausforderungen des Klimawandels, einer zunehmenden Ressourcenverknappung oder die Erfordernisse einer fairen Vertriebsstruktur an und wirtschaften mit ihren sozialen und ökologischen Unternehmen auch in einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt erfolgreich. Damit eine schonende Ressourcennutzung und ein sinkender Energieverbrauch in den planetaren Grenzen gelingen, dürfen wir bei diesen positiven Beispielen nicht stehen bleiben. Vielmehr muss nachhaltiges Wirtschaften zum Standard werden. Beispielsweise sind ökosoziale Kriterien bei der Auftragsvergabe in den Ländern, Ökosteuer und das Erneuerbare Energien Gesetz auf Bundesebene oder CO2-Zertifikate und Ökodesign-Verordnung auf EU-Ebene Leitgedanken für einen solchen ökologischen Richtungswechsel. Was kann das Land Berlin tun, um die Rahmenbedingungen für soziale und ökologische Unternehmen attraktiver zu machen, so dass sie viele Nachahmer finden? Und welche weiteren Steuerungsmöglichkeiten hat das Land Berlin, die regionale Wirtschaft auf Klimaneutralität auszurichten, so dass das Land seine Zusagen und Ziele in Anlehnung an die Pariser Klimabeschlüsse einhalten kann?

Mit:
Ramona Pop (Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe)
Heiko Glawe (Geschäftsführer DGB Region Berlin und Sprecher von Gewerkschaftsgrün Bundesverband)
Klaus Stähle (Unternehmensgrün Bundesverband)

 

Wohnen und arbeiten in Nachbarschaften. Wohnungsbau und Stadtentwicklung geht alle an!

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat die Stadtentwicklungspläne für Wohnen, Wirtschaft und Zentren aktualisiert und abgestimmt. Sie koordiniert Gebiete, in denen neuer Wohnungsbau entstehen soll – ebenso wie die dazugehörigen Schulen, Kitas, Frei- und Grünflächen und die erforderliche verkehrliche Infrastruktur. Hier übernimmt auch die "grüne" Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wichtige Aufgaben.

Die Umsetzung findet dann aber in den Bezirken statt, und wir stellen in fünf (Innenstadt-) Bezirken die Stadträte für Bau- und Stadtentwicklung. Vor diesem Hintergrund wollen wir mit Oliver Schruoffeneger und Jörn Oltmann diskutieren wie sie sich auf den Weg gemacht haben, "ihre" Bezirke ökologisch und sozial zu entwickeln – mit (sozialem) Wohnungsbau, zukunftsfähiger Infrastruktur und als „grüne“ Stadt. Wo liegen Hürden, welchen Anteil hat eine gute Zusammenarbeit mit den Senatsverwaltungen, was ist in welchen Zeitläufen zu schaffen? Wo wird umgesteuert, wie lange dauert das, welche neuen Qualitäten entstehen – und was wird auch schon in dieser Legislatur sichtbar?

Mit:
Oliver Schruoffeneger (Stadtrat für Stadt-entwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf)
Jörn Oltmann (Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen in Tempelhof-Schöneberg)

 

Wohnungslosigkeit in Berlin: Entwicklungen und Handlungsbedarfe

Die Vermeidung und Bewältigung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Berlin ist eine wichtige sozialpolitische Aufgabe. Die Ursachen für Wohnungslosigkeit sind vielfältig und die Bedarfe der Betroffenen unterschiedlich. In den letzten Jahren sind mehrere engagierte Projekte entstanden oder ausgebaut worden, die unbürokratische Hilfe für Menschen in Not leisten. Auch auf politischer Ebene sind Entwicklungen zu verzeichnen. In diesem Workshop werden der aktuelle Stand und mehrere konkrete Projekte vorgestellt. Besonders soll diskutiert werden, welche Bedarfe noch unzureichend gedeckt sind, welche weiteren Initiativen erforderlich sind und wie Armut und Wohnungslosigkeit wirkungsvoll vorgebeugt werden kann.

Mit:
Fatos Topac (MdA)
Taylan Kurt (BVV Mitte)
Elke Ihrlich (Caritas)

 

Digitalisierung zum Wohl der Menschen gestalten. Künstliche Intelligenz und politische Strategien 

Wir Grüne sind überzeugt, dass eine offene und moderne Gesellschaft die Chancen der Digitalisierung sinnvoll nutzen muss. Das heißt nicht nur Bürger*innenrechte zu verteidigen, sondern auch neue technische Möglichkeiten zu nutzen und dabei Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt zu rücken. Wie können wir mit diesem Anspruch, den digitalen Wandel demokratisch, ökologisch, sozial und feministisch zu gestalten, die Entwicklung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz so regulieren, dass die Technologie unsere Welt zum Positiven verändert? Wie können wir KI in die Dienste unserer Gesellschaft stellen und sie zum Wohle von Mensch und Umwelt nutzen? Wie muss eine Regulierung aussehen, die einerseits Innovation und Fortschritt nicht beschränkt und anderseits die Werte der freien Gesellschaft, wie Demokratie und Gleichberechtigung hoch hält? Wie und welche ethischen Verhaltensstrukturen müssen wir in die Systeme integrieren und wo sehen wir Grünen die roten Linien – wie etwa beim Verbot autonomer Waffensysteme? Die zugrunde liegende Frage, ist jene nach unserer Grünen Zukunftsvision für die Gesellschaft im digitalen Zeitalter, in dem KI, Algorithmen und Big Data in Alltag, Lebenswelt und Öffentlichkeit längst nicht mehr wegzudenken sind.

Mit:
Peter Schaar
Lorena Jaume-Palasí
Und weiteren Gästen 

 

Phase 2:

Die Berliner Ernährungsstrategie

Mit der Ernährungsstrategie „Berlin isst so“ liegt seit Anfang des Jahres ein Fahrplan vor, mit dem das Berliner Ernährungssystem regionaler, nachhaltiger und fairer werden soll. In einigen Handlungsfeldern wie beispielsweise „Gemeinschaftsverpflegung als Vorbild“ sind von der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz schon konkrete Schritte unternommen worden: Im Haushalt steht Geld für ein Berliner Zentrum für gute Ernährung bereit und das Ausschreibungsverfahren dafür läuft bereits. Andere Handlungsfelder müssen noch mit Leben gefüllt werden. Dazu wollen wir beitragen und gemeinsam mit Expert*innen die Ernährungsstrategie diskutieren und die Handlungsfelder „Gemeinschaftsverpflegung als Vorbild“, „Wertschöpfung in den Regionen“, „Innovationen für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem“, „Lebendige und produktive Kieze“, „Ernährungsbildung für alle greifbar machen“, „Lebensmittelverluste minimieren“ und „Strategische Umsetzung und Kommunikation sichern“ genauer unter die Lupe nehmen. Dabei wollen wir die Expertise und Kreativität der Anwesenden nutzen um das große Potential dieser Strategie sichtbar zu machen und weitere Ideen für ein regionaleres, nachhaltigeres und faireres Berliner Ernährungssystem zu entwickeln.

Mit:
Renate Künast (MdB)
Ann-Christin-Weber (Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz)

 

Energiewende in Berlin – Klimaschutz im Neubau und im Bestand

Berlin hat sich mit der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 ein ambitioniertes Ziel gesetzt, das wir sehr ernst nehmen. Damit die Energiewende gelingt und alle betroffenen Sektoren umfasst, bezieht sich das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) auf die Handlungsfelder Energie, Verkehr, Gebäude und Stadtentwicklung, Wirtschaft, Private Haushalte und Konsum.

Im Workshop wollen wir die Handlungsfelder Energie sowie Gebäude und Stadtentwicklung zusammen betrachten. Denn damit die Umsetzung des BEK gelingt, muss der Ausbau der erneuerbaren Energien an Fahrt aufnehmen, es müssen aber auch deutliche Emissionsminderungen erreicht werden. Dazu sind im Gebäudebestand Sanierungs- und Effizienzmaßnahmen notwendig. Modellprojekte für klimaneutrale Quartiere werden gebraucht, befinden sich derzeit jedoch noch in den Kinderschuhen. Gleichzeitig befindet sich die Stadt durch wirtschaftlichen Aufschwung und Einwohnerwachstum im Wandel, und bezahlbarer Wohnraum wird dringend benötigt. Es sollen daher Möglichkeiten und Wege diskutiert werden, wie sich die Energiewende in Berlin sozialverträglich gestalten lässt und unterdessen die Umsetzungsgeschwindigkeit erhöht werden kann.

Mit:
Bernhard Siegel (HTW-Berlin)
Prof. Dr. Philipp Bouteiller (Tegel Projekt GmbH)

 

Praktische Bildung in der Konsumgesellschaft

"Wissen die denn nicht, dass …?", "Ist dir eigentlich klar, wie…?" – so oder so ähnlich lauten die Fragen derer, die täglich für ein Umdenken in unserer Gesellschaft eintreten. Die Diskrepanz zwischen Information und Erkenntnis auf der einen und Tat und Handeln auf der anderen Seite ist nur schwer nachvollziehbar. Sind die Schüler*innen der Fridays for Future-Bewegung nun informierter als ihre älteren Mitbürger*innen? Oder bestätigen sie nur eine schmerzliche Erkenntnis: Das Wissen ist bereits da. Die Warnungen drängen bereits seit Jahrzehnten in die Öffentlichkeit und Lehrpläne. Die Menschen haben verstanden, dass im Weltwirtschaftssystem Moral, Ethik und Nachhaltigkeit häufig auf der Strecke bleiben. Unmoralisch und ethisch fragwürdig wollen aber die wenigsten sein. Dennoch wird aus diesem Widerspruch kaum konkretes Handeln abgeleitet.

Mit:
Thomas Korbun (IÖW)
Ulrike Koch (Unabhängiges Institut für Umweltfragen UfU)

 

Altersarmut ist weiblich – Gleicher Lohn für alle!

Frauen* tragen die Hauptlast der Sorgearbeit und sind häufiger in Teilzeit oder Niedriglohnjobs beschäftigt. Als Ergebnis verdienen sie aktuell in Berlin rund 14 Prozent weniger als Männer*. Im Alter wird aus dem Gender Pay Gap dann der Gender Pension Gap. Die Rentenlücke liegt deutschlandweit bei 53 Prozent – immer mehr Frauen* leben in Altersarmut. Im Workshop möchten wir erfahren, inwiefern R2G bereits Initiativen begonnen oder geplant hat, um dem entgegenzuwirken. Anschließend entwickeln wir in der Zukunftswerkstatt neue Konzepte.
Mit:
Fatos Topac (MdA)
Lisa Paus (MdB)