Selbstbestimmt Leben

#Selbstbestimmt Leben: Alle nach ihrer Fasson

Für viele Menschen gilt Berlin als Mekka der Freiheit. Das Bild der weltoffenen Stadt, in der alle nach ihrer Fasson glücklich werden können, hat sich seit Jahrhunderten verfestigt. Trotz langer Phasen von Unfreiheit, Terror und staatlicher Verfolgung, die es historisch – trotz teilweise anderslautender Versprechungen – immer wieder gab.

Fasziniert sind davon auch all jene, für die ein selbstbestimmter Alltag nur beschränkt möglich ist, weil sie mit Diskriminierung, Rassismus oder anderen Hemmnissen und Benachteiligungen zu kämpfen haben. Seien es Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Gläubige oder Nichtgläubige, LGBTIQ*, Schwarze Deutsche oder People of Color: Sie alle wollen hier nach ihrer Fasson glücklich werden.

Der Kampf für ein freies, lebenswertes und weltoffenes Berlin ist keine Nischenpolitik. Eine Politik der Selbstbestimmung dient letztlich dem Gemeinwohl und ermöglicht allen ein besseres Leben. Daher ist es entscheidend, dass wir, wenn wir über ein selbstbestimmtes Leben sprechen, die ganze Gesellschaft in den Blick nehmen und eben auch mit Kaninchenzüchter*innen, Hedonist*innen oder Parkschützer*innen sprechen.

Uns ist bewusst: Ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe setzen voraus, dass die grundlegenden materiellen Bedarfe gedeckt sind. Genauso bewusst ist uns: Jenseits dessen gibt es andere Barrieren und Benachteiligungen, die der Verwirklichung von Selbstbestimmung und gleichberechtigter Teilhabe entgegenstehen. Deshalb hat unser Landesvorsitzender Werner Graf unter dem Motto „#Selbstbestimmt Leben: Alle nach ihrer Fasson“ viele zivilgesellschaftliche Akteure besucht und gefragt:

Was bedeuten Selbstbestimmung und Teilhabe im konkreten Alltag und was hindert Menschen daran, dies zu leben?

Die einen kämpfen gegen bürokratische Hürden, um ihren Traum einer Freiluftparty zu verwirklichen, die anderen engagieren sich beim Mieterverein, um Anwohner*innen im Kampf gegen Verdrängung zu unterstützen. Die nächsten ringen mit konkreten Diskriminierungserfahrungen, die sie Tag für Tag machen. Frauen fordern ein Leben ohne sexuelle Übergriffe, People of Color haben genug von rassistischen Polizeikontrollen. Was macht für euch den entscheidenden Unterschied? Wo seht ihr Beeinträchtigungen, wenn es um Fragen von Selbstbestimmung und Teilhabe geht?

Welche finanziellen Hürden stehen einem selbstbestimmten Leben entgegen?

Geld alleine macht zwar nicht glücklich, doch jeden Euro zweimal umdrehen zu müssen, erschwert den Alltag ungemein. Dies gilt für einzelne Personen und Familien wie auch für Vereine und Verbände. Ist hier ein Grundeinkommen die richtige Antwort oder macht das Geld an anderer Stelle doch mehr Sinn? Wo und wie würdet ihr es investieren?

Welche räumlichen Hürden stehen einem selbstbestimmten Leben entgegen?

Die horrende Mietentwicklung bedroht Kitas, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen in ihrer Existenz. Sie verdrängt Anwohner*innen aus ihren Kiezen. Hinzu kommt häufig knallharte Diskriminierung seitens der Vermieter*innen. Dadurch verknappt sich der verfügbare Raum für bestimmte Gruppen weiter. Auch alternative Wohnformen stehen unter Druck – weil die Räume für innerstädtische Wagenburgen, für Hausboote und Flöße aus unterschiedlichen Gründen immer knapper werden. Im öffentlichen Raum sind es insbesondere Menschen mit Behinderung, die nach wie vor nur eingeschränkt selbstbestimmt mobil sein können. Welche Schritte müssen erfolgen, um dem entgegen zu wirken?

Welche gesellschaftlichen und kulturellen Hürden stehen einem selbstbestimmten Leben entgegen?

Geschlechtliche Identität, Sprache, Aussehen, „Hautfarbe“, Religion, sozialer Status oder die Lebensform führen oft dazu, dass andere einen nicht als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft anerkennen. Herabsetzung, Diskriminierung und Gewalt gehören auch in Berlin für viele Menschen zum Alltag, wenn sie nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören oder mit ihrer Lebensweise von herrschenden Normen abweichen. Trotz der Vielfalt dominiert immer noch der weiße heterosexuelle Mann in vielen unserer Institutionen. Daher wollen wir wissen: Welche Hürden erschweren es euch oder euer Community, sich (noch) stärker einzumischen und nach vorne zu drängen? Was müssen wir an diesen Stellen tun?

Welche rechtlichen Hürden stehen einem selbstbestimmten Leben entgegen?

Auch gesetzliche Regeln schließen ganze Gruppen von gleichberechtigter Teilhabe aus und/oder verhindern ein selbstbestimmtes Leben. Sei es das Wahlrecht, das an Volljährigkeit und Staatsangehörigkeit gebunden ist; das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, das freien Zugang zu Informationen voraussetzt; oder das Transsexuellengesetz, das unverhältnismäßig bevormundet, wenn es um Namensänderungen oder operative körperliche Maßnahmen geht. Wie können wir hier Fortschritte erreichen? Und welche Gesetze habt ihr im Blick?

Gespräche: #Selbstbestimmt Leben in Berlin

Unser Besuch bei Lambda

Lambda::BB e.V. bietet das einzige queere Jugendhaus in Berlin für junge Lesben, Schwule, Bi-, Trans* und Inter* zwischen 14 und 27 Jahren sowie für interessierte Jugendliche inklusive Jugendcafé, Beratungsmöglichkeiten, Jugendgruppen und -projekten.

Unser Besuch bei der Clubcommission

Seit dem Jahr 2001 setzt sich die Clubcommission Berlin e.V. mit derzeit knapp 200 Mitgliedern dafür ein, die Berliner Club-, Festival-, OpenAir-, Party- und Kulturereignisveranstalter zu unterstützen und zu fördern.

Unser Besuch bei RuT - Offene Initiative Lesbischer Frauen

RuT - Rad und Tat ist Treffpunkt, Beratungs- und Veranstaltungsort für lesbische und andere Frauen, der sich für politische und gesellschaftliche Belange von Lesben, insbesondere behinderter und älterer Lesben in der Öffentlichkeit einsetzt.

Unser Besuch beim Bund der Alevitischen Jugendlichen und Studierenden

Der Bund der alevitischen Jugend setzt sich für einen jugend-integrationsspezifischen Ansatz ein, der seine Mitglieder in die Lage versetzen soll, sich als gleichberechtigten Teil der deutschen Gesellschaft wahrzunehmen und an dieser in den verschiedensten Bereichen zu partizipieren.

Unser Besuch bei der Schwulenberatung

Die Schwulenberatung Berlin will durch ihre Arbeit Menschen ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Dazu sollen die Hilfe zur Selbsthilfe, die Persönlichkeit und die Gesundheitsförderung sowie die politische Emanzipation gestärkt werden.

Unser Besuch bei der Spree:publik

Die Spree:publik versteht sich als Förderkreis von Initiativen, Kollektiven, Vereinen und anderen Aktiven, die sich für die Demokratisierung der Wasser- und angrenzenden Uferflächen Berlins einsetzen.

Unser Besuch bei der Hildegard-Lagrenne-Stiftung

Die Hildegard Lagrenne Stiftung setzt sich für den gerechteren Zugang zu Bildung, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Romno-Hintergrund und deren weitere Inklusion in die deutsche Gesellschaft ein.

Unser Besuch beim Areal Ratibor14

Areal Ratibor14 ist eine Initiative zum gemeinnützigen Ausbau der Kleingewerbe-, Kultur-, Wagenplatz- Grünflächen am Kreuzberger Dreiländereck.

Unser Besuch beim Hanfverband

Der Hanfverband strebt eine legale, verbraucherfreundliche Marktregelung für das Genussmittel Cannabis an - von der Produktion über den Verkauf unter klaren Jugendschutzauflagen bis zum Eigenanbau. Die Diskriminierung und Verfolgung von Cannabiskonsumenten wollen sie beenden.

Unser Besuch bei Gangway

Gangway e.V. betreibt Straßensozialarbeit mit jugendlichen und erwachsenen Menschen in Berlin. Ihr Ziel ist es, die Menschen dabei zu unterstützen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen.

Unser Besuch beim Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg

Der Türkische Bund Berlin-Brandenburg setzt sich gemeinsam mit Verwaltungsinstitutionen und anderen Organisationen für die rechtliche, soziale und politische Gleichstellung und -behandlung von Menschen mit Migrationshintergrund, sowie für das friedliche Zusammenleben und solidarische Zusammenwirken aller Menschen in Berlin und Brandenburg ein.

Unser Besuch beim YAAM

Der YAAM arbeitet daran, Menschen aus aller Welt, Alter und Hintergründen durch entsprechende Angebote in den Bereichen Musik , Kunst und Sport neue Perspektiven zu ermöglichen und beispielhaft einen toleranten, friedlichen, partizipativen und respektvollen Umgang miteinander zu lernen und zu pflegen.

Unser Besuch bei der Arabischen Eltern Union

Die Arabische Eltern Union bietet im Rahmen ihrer Elternarbeit Hilfe in Form von Sprachmittlung, Sprachkursen und psychosozialen Beistand für Eltern in Notlagen.

Unser Besuch der Kahal Adass Jisroel Gemeinde

Die Kahal Adass Jisroel Gemeinde ist eine traditionsbewusste, schnell wachsende jüdische Gemeinde im Herzen von Berlin.

Unser Besuch bei Shia

SHIA Berlin ist eine parteipolitisch und konfessionell unabhängige Vereinigung, sie sich für die Stärkung, Gleichstellung und Chancengleichheit von Einelternfamilien einsetzt.

Unser Besuch bei der Lebenshilfe Berlin

Die Lebenshilfe Berlin setzt sich für die Vertretung der Interessen von Menschen mit Beeinträchtigungen ein.

Unser Besuch beim Türkischen Frauenverein

Der Türkische Frauenverein ist ein Netzwerk von Arbeitsmigrantinnen, Flüchtlingsfrauen, Ehefrauen von Deutschen oder hier lebenden Migranten und Töchtern von Eingewanderten.

Unser Besuch beim Jugendmigrationsrat

Der Jugendmigrationsbeirat Berlin vertritt die Interessen junger Menschen mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte und steht für die soziale, politische und gesellschaftliche Gleichstellung junger Menschen ein.

Unser Besuch der Synagoge in der Oranienburger Straße

Die Synagoge in der Oranienburger Straße ist eine der zehn Synagogen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Die Synagoge entwickelte sich aus dem Bedürfnis nach einer Alternative religiösen Lebens, in der Männer und Frauen gleichberechtigt sind.

Unser Besuch bei der Jungen Islamkonferenz

Die Junge Islamkonferenz will den Dialog über den Islam in Deutschland anregen und dabei ausdrücklich Muslim*innen und Nichtmuslim*innen ansprechen.

Unser Besuch bei Claim - Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit

Claim bildet ein starkes deutschlandweites Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus. In dem Netzwerk sind bislang 35 Organisationen engagiert.