Aufnahmeprogramm für besonders Schutzbedürftige

02.11.18 –

Das Land Berlin möchte angesichts weltweiter, humanitärer Katastrophen Verantwortung übernehmen und hat deshalb ein Aufnahmeprogramm für besonders Schutzbedürftige ins Leben gerufen. Berlin folgt damit dem Beispiel anderer Bundesländer, wie etwa Baden-Württemberg und Brandenburg, die für die besonders vom IS-Terror betroffene Gruppe der Jesid*innen bereits Aufnahmeprogramme aufgesetzt haben.

Durch das hartnäckige Betreiben der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat die Koalition sich auf ein jährliches Aufnahmekontingent von 100 Personen geeinigt, das erlaubt, dass Berlin Binnenvertriebene und andere besonders Schutzbedürftige – vorerst insbesondere Jesidinnen aus der Region Syrien und Nord-Irak – aufnehmen und bedarfsgerecht versorgen kann. Die schwer traumatisierten Menschen erhalten so einen gesicherten Aufenthaltstitel und Zugang zu psychosozialer Versorgung.

Das Programm soll sich zunächst auf die Aufnahme von Jesidinnen konzentrieren, die als Opfer vom IS-Terror als Binnenvertriebe im Nordirak verblieben sind. Das Programm ist aber bewusst so angelegt, dass darüber in Folge zukünftiger humanitärer Katastrophen in anderen Regionen der Welt auch andere besonders schutzbedürftige Geflüchtete aufgenommen werden können.

Durch Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg, das gerade im Aufbau eines humanitären Aufnahmeprogramms ist, können Synergieeffekte beim erhöhten Bedarf an Fachpersonal, geschulten Dolmetscher*innen und Sprachmittler*innen, muttersprachlichen bzw. mehrsprachigen Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen oder der Arbeit in der Herkunftsregion genutzt werden. Die Auswahl der schutzbedürftigen Personen soll auf Grundlage von Vorschlägen von Kooperationspartnern wie IOM oder UNHCR erfolgen.

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