Aus Geflüchteten werden Nachbar*innen

02.11.18 –

Die ersten Modularen Unterkünfte für Geflüchtete (MUF) sind 2016 gebaut worden, ohne Bezirke oder Anwohner*innen zu beteiligen, ohne Anbindung ans umgebende Quartier – und die meisten davon in sowieso schon strukturschwachen Gebieten außerhalb des S-Bahn-Rings.

Der rot-rot-grüne Senat hat im März 2018 25 weitere Standorte beschlossen. Diesmal sollen alle Bezirke gleichmäßig an der Unterbringung von Geflüchteten beteiligt werden. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Über das Ob der Unterbringung müssen wir nicht mehr diskutieren – aber über das Wie!

Wir haben kein Flüchtlingsproblem, wir haben ein Wohnungsproblem. Wir Grünen setzen uns dafür ein, von Anfang an gemeinsames Wohnen von Geflüchteten und anderen Gruppen zu ermöglichen. Wo immer das geht, befürworten wir mehrere kleine Standorte anstelle der bislang geplanten großen Standorte.

Die Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg haben bereits beschlossen in diese Richtung zu gehen und wollen mehrere kleinere Unterkünfte errichten bzw. Wohnhäuser statt Unterkünften bauen. Die Bezirke gerade außerhalb des S-Bahn-Rings wollen wir für den wachsenden Bedarf an sozialer Infrastruktur ausstatten.

An den Standorten müssen Frei- und Grünflächen, Spielplätze und die Verkehrsanbindung nachhaltig ausgebaut und Schule und Kita mitgedacht werden. Integration funktioniert nur mit einer offenen Bauweise statt mit Zäunen und Wachschutz. Wir wollen die Unterkünfte auch für die Nachbarschaft öffnen: durch Kieztreff, Nachhilfe, Seniorencafé oder eine öffentliche Kita im MUF, wie es jetzt in Charlottenburg-Wilmersdorf geplant ist.

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