Neues Tourismuskonzept für Berlin beschlossen

Die Entwicklung der letzten Jahre im Bereich des Städtetourismus stellen Berlin und insbesondere die beliebten innerstädtischen Kieze vor neue Herausforderungen und Probleme. Viel zu lange wurden diese Entwicklungen jedoch ignoriert und stattdessen auf immer neue Besucherrekorde gesetzt. Das zu ändern, ist das erklärte Ziel des neuen Tourismuskonzepts, das die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Pop vorgelegt hat.

Leitgedanke ist die konsequente Neuausrichtung der bisherigen Tourismuspolitik und des Tourismus-Marketings am Ziel eines stadtverträglichen und nachhaltigen Tourismus, für das von grüner Seite seit Jahren gekämpft wurde. Gleichzeitig geht es darum, einen übergreifenden Ansatz zu entwickeln und Tourismus künftig als Querschnittsaufgabe zu behandeln. Auch ein entsprechender Parlamentsantrag wurde dazu gemeinsam mit den Koalitionspartner*innen im Oktober letzten Jahres eingebracht.

Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sollen ökologische, soziale und ökonomische Aspekte zusammen gedacht werden. Um den Tourismus in diesem Sinne gestalten zu können, wird erstmals ein umfassendes Tourismus-Monitoring eingeführt. Auch soll es eine Kiez-basierte Tourismussteuerung geben, die räumlich differenzierte Bedarfe innerhalb der Stadt erfasst und neue Mechanismen der Tourismussteuerung entwickelt.

Künftig soll mit der Tourismusförderung immer auch die Lebensqualität der Berliner*innen erhöht werden. Erste im Tourismuskonzept genannte Maßnahmen sind entsprechend bereits auf dem Weg. So werden z.B. Parks mit hoher touristischer Nutzung in Zukunft durch die BSR gereinigt. Auch neue Toilettenstandorte an touristischen Hotspots sind in Planung.

Von uns Grünen erkämpft ist die Einführung eines Bürger*innenbeirats. Dieser ermöglicht erstmals eine kontinuierliche Beteiligung der Berliner*innen und soll helfen, gemeinsam Lösungen für bestehende Probleme zu finden. Auch die Themen Umwelt und Verkehr spielt eine wichtige Rolle. Die Hop-On-Hop-Off-Busse sollen z.B. durch elektrische Modelle ersetzt und Ausflugsdampfer endlich mit Dieselrußfiltern umgerüstet werden.

Wichtig ist auch eine strategische Planung der Hotelentwicklung. Die bisher unkoordinierte Ansiedlung soll endlich stadt- und kiezverträglich gesteuert werden. Hier steht jetzt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der Pflicht, entsprechende Schritte einzuleiten. Was die meist illegale Vermietung von Wohnraum als Ferienwohnung angeht, so hat das Abgeordnetenhaus jüngst erst eine Verschärfung des Zweckentfremdungsverbots-Gesetzes beschlossen.

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