#refugeeswelcome

Hilfe für die Geflüchteten in der Stadt - viele machen mit

In der Flüchtlingspolitik wird es auch in den kommenden Monaten das Engagement der Zivilgesellschaft brauchen. Viele Berlinerinnen und Berliner helfen schon in den unterschiedlichen Initiativen mit. Andere suchen noch nach Möglichkeiten der Unterstützung, um Flüchtlingen zu zeigen, dass sie in der Stadt willkommen sind. 

Ihr wollt helfen? Wir haben Euch eine Liste mit Projekten zusammengestellt, an die Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr Euch für Geflüchtete engagieren wollt. 

Hier einige Links:

Volunteer-planner.org/
Flüchtlinge Willkommen
Flüchtlingsrat Berlin
Netzwerk "Berlin hilft!"

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Vielen machen schon heute mit und helfen den Initiativen in ganz Berlin. Hier einige Beispiele:

Bernd Schwarz

Sich zerreißen geht nicht. Ich hab’s versucht. Es gibt kaum Sinnvolleres als die unmittelbare Hilfe für Menschen in Not: Spenden sortieren, Regale schleppen, Essen ausgeben, einmal in den Arm nehmen... Aber die notwendige Struktur kommt in Deutschland nicht von selbst. Das haben wir Helfer*innen bitter erfahren müssen. Daher hatte ich die Ehre „Willkommen KONKRET - Berliner Bündnis für Kinder geflüchteter Familien“ mitgründen zu dürfen. Denn die kleinen Kinder haben wie alle das Recht auf Glück, Bildung und Teilhabe.Dafür setze ich mich ein.

 

Fatoş Topaç

Damit das Ankommen der Geflüchteten gelingen kann, braucht es auch eine adäquate Infrastruktur und Informations- und Beratungsangebote für alle. Mit einer Unterkunft und einem bisschen Deutschkurs ist es nicht getan. Die Menschen müssen von Beginn an wissen, was auf sie zukommt und wie Deutschland funktioniert. So sieht das auch Dr. Hallow Salam aus dem Irak. Er ist Kurde und vor 20 Jahren als Geflüchteter  nach Deutschland gekommen. Er war im Irak ein gut situierter Rechtsanwalt. Sein Studium wurde nicht anerkannt, er hat hier erneut Erziehungswissenschaften und Soziologie studiert und begleitet nun selbst Geflüchtete.

 

Heidi Degethoff de Campos

In diesem Jahr sind rund 30.000 Geflüchtete in Berlin angekommen und ich habe mich entschlossen aktiv etwas zu tun. Um die Integration der Geflüchteten zu beschleunigen, gebe ich seit einiger Zeit mit viel Freude Deutschunterricht im Stadtteilladen der Grünen Charlottenburg-Wilmersdorf. Meine Schüler sind motiviert und lernen schnell. Es ist wirklich schön zu sehen, wie schnell sie Vorschritte machen und Spaß beim Lernen haben!

 

Hinrich Westerkamp

Ich habe das Netzwerk Willkommen in Reinickendorf (WIR) mitgegründet. Beim ersten Treffen kamen 40 Personen, mittlerweile sind schon 400 aktiv. Das Netzwerk hat sich als Gegenbewegung zu den Bürgerprotesten gegen eine neue Unterkunft für Geflüchtete  in Reinickendorf gegründet. Das Netzwerk hat unter anderem, in Kooperation mit der Berliner Tafel, Nahrungsmittel an die Geflüchteten verteilt und drei Feste für Neuankömmlinge organisiert. In Zusammenarbeit mit einer Fahrradwerkstadt gibt es Kurse für Geflüchtete wo ihnen die Reparatur von  gespendeten Fahrrädern beigebracht wird. Unser neuestes Projekt nennen wir „Betterplace“, bei dem wir ungenutzten Wohnraum in Reinickendorf suchen, um ihn gemeinsam mit Geflüchteten und den Baufachfrauen zu renovieren und für Geflüchtete einzurichten.

 

Ingrid Lienke

Seit anderthalb Jahren begleite und unterstütze ich einen jungen Geflüchteten  aus Guinea in Dingen des täglichen Lebens. Diese, ebenso wie die gleichzeitig auftretenden Probleme und bürokratischen Hürden sind vielfältig und zum Teil schwer verständlich. Wie ein Jugendlicher ohne Deutschkenntnisse dies alles allein bewältigen sollte, ist mir nur schwer vorstellbar!

 

Klaus Matthiessen und Annegret Koch

Wir haben vor einigen Wochen begonnen in einer Erstaufnahmeunterkunft für so genannte "minderjährige unbegleitete  Flüchtlinge" (MUF) als Freiwillige zu helfen. Bisher haben wir Telefonaufgaben übernommen und die Kleiderkammer aufgeräumt. Unser Ansatz ist "Nicht wir helfen den Geflüchteten, sondern wir helfen dem Personal, damit es den Geflüchteten besser helfen kann." Das bedeutet, dass wir bereit sind, jede noch so "untergeordnete Tätigkeit" dort zu verrichten. Das Personal sind die Profis für die Unterstützung der Jugendlichen. Es geht nicht darum, vor den Jugendlichen als Retter*in dazustehen, sondern sicherzustellen, dass Akuthilfe für diese schutzlosen Menschen funktioniert.

 

Philipp Kretzschmar

Ein Teil der Flüchtlinge vom Budapester Hauptbahnhof hat eine improvisierte Zeltstadt in einer nahegelegenen Kaserne bezogen. Ich bin spontan einem Facebook-Aufruf zur Mithilfe gefolgt. Am Anfang war ich nervös - Chaos - zig Leute, keine klaren Zuständigkeiten, tonnenweise Material … auf der anderen Seite,  erschöpfte Neuankömmlinge in T-Shirts und Flip-Flops. Meine Nervosität verflog in diesem Gewusel sehr schnell und  ich nahm mir einen Karton und fing an zu sortieren. Klamotten. Duschzeug. Wundsalbe. Socken. Schuhe. Rucksäcke. Bücher. Sperrmüll - bis spät abends. Erschöpft aber glücklich fuhr ich nach Hause, seither war ich mehrfach wieder dort, der Bedarf an Hilfe ungebrochen – der Dank, lächelnde Gesichter und erste Kommunikation. Ich kann wirklich empfehlen, einfach mal mitzumachen! Es ist leicht.          

 

Stefan Ziller

Ich habe in unseren bezirklichen Notunterkünften mitgeholfen. Mit vielen anderen Freiwilligen haben wir Betten aufgebaut, Bettzeug bezogen und geflüchtete Menschen willkommen geheißen. Für mich ist es selbstverständlich Menschen in Not zu helfen.

 

Svenja Almann  und Thomas Künstler                 

Wir haben Raneem, Feras, Bassem und die kleine Talya Anfang August vor dem LaGeSo in Moabit kennengelernt und zu uns nach Hause eingeladen, weil die Familie keinen sichere Übernachtungsmöglichkeit hatte. Aus erster Sympathie wurde Freundschaft fast Familie und der Entschluss, alles möglich zu machen. Vorläufiger Höhepunkt nach vielen Auseinandersetzungen mit den Behörden: Vergangene Woche konnte die Familie in unsere Wohnung ziehen. ‏

 

 

Taina Gärtner

Anfang Juni 2013 wurde ein Geflüchteter bei einer Messerattacke auf dem Oranienplatz schwer verletzt und die Stimmung drohte zu kippen. Da beschloss ich, um die Menschen zu schützen, fortan mit ihnen dort zu leben. Seit dieser Zeit versuchte ich alles, um die Lampedusas politisch sichtbar zu machen, aber auch um Geld zu finden für wenigstens eine tägliche Mahlzeit, medizinische Versorgung und was Menschen noch so zum Überleben brauchen. Wichtig war mir aber auch, sie kennen- und verstehen zu lernen, um ihnen zu helfen, ihre Forderungen durchzusetzen. Im überfüllten Großzelt mit ca. 20 Männern lernte ich schnell, was es bedeutet, so leben zu müssen.

Ich versuche sie nach dem Scheitern des Agreements mit dem Senat einigermaßen würdevoll durch die Illegalität zu bringen. Ich organisiere Schlafplätze, suche Deutschkurse und finde medizinische sowie psychologische Versorgung. Ich helfe selbst bei Alphabetisierung und gebe Deutschunterricht. Ich betreue die inhaftierten Lampedusas. Ich bezahle Anwält*innen, um die Menschen wieder zu legalisieren und organisiere länderübergreifend Hilfe für diejenigen, welche sich grade zur Papierverlängerung in Italien befinden, wo sie sonst mittellos auf der Straße wären. Bei mir lebt auch immer ein Geflüchteter.

Diese Sachen schaffe ich nur dank meiner Mitstreiter*innen von Lampedusa Berlin. Sie kümmern sich ebenfalls um das tägliche Klein-Klein, das Organisieren von Geldern, Essen, Klamotten, Fahrrädern, Tickets, Ärzt*innen und tausend andere Sachen. Gemeinsam organisieren wir auch Solipartys und Spendenevents, um aktuell die Gebühren für die Deutschzertifikate nach erfolgreicher Kursteilnahme zu bezahlen.

 

Tobias Kirsch

Ich koordiniere und betreue den Internetauftritt und die Kommunikationsplattformen von Pankow hilft. Dazu gehören unsere Webseite, ein Newsletter sowie unser Facebook Account.

 

Volkmar Nickol

Ich habe einen Geflüchteten aus dem Iran und einen Flüchtling aus Westafrika bei mir zu Hause aufgenommen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn andere Menschen dies ebenfalls tun würden und beantworte gerne jegliche Fragen zu dem Thema.

 

Ario Mirzaie

Im August habe ich mich spontan entschlossen, mein Wohnzimmer einer Gruppe syrischer Jungs zur Verfügung zu stellen, die bis dahin obdachlos waren und im Park vor dem LaGeSo schlafen mussten. Aus der anfänglichen Nothilfe sind schnell echte Freundschaften geworden. Heute organisiere ich mit Unterstützung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis Freizeitaktivitäten und Sprachkurse für meine syrischen Freunde und habe ganz nebenbei noch sowas wie eine zweite Familie hinzu gewonnen.