Besserer Schutz vor Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

16.11.18 –

Berlin wächst – und damit auch die Konkurrenz um bezahlbaren Wohnraum. Vor diesem Hintergrund ist zu beobachten, dass auch die Problematik der Diskriminierung bei der Suche nach einer Wohnung an Schärfe zunimmt. Im engeren Sinne geht es um die Frage eines gleichberechtigten Zugangs zu Wohnraum. Aber natürlich spielen auch Mietkonditionen, die Wohnungsqualität, das Wohnumfeld, das nachbarschaftliche Miteinander und die Beteiligungsmöglichkeiten im Quartier eine Rolle.

Insbesondere die ethnische Herkunft und Sprache können Ausgrenzungen und Benachteiligung auf sich ziehen. So erhöht sich beispielsweise das Risiko einer Benachteiligung durch eine sichtbare Religionszugehörigkeit, wie eine Hijab, deutlich. Durch das Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des TBB wurde beispielsweise ein Fall bekannt, in dem eine alleinerziehende Mutter mit Hijab eine Wohnung nicht bekam. Der Vermieter begründete dies mit seinen "Sorgen um die Kinder", da es Nachbar*innen gäbe, die sich bereits über "Ausländer" und "ausländische Kinder" beschwert hätten.

Auch der Berliner "Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung" sind solche Fälle bekannt. Beispielsweise von einem Wohnungsunternehmen, das nicht-deutschsprachigen Wohnungsbewerber*innen mit Verweis auf eventuelle Verständigungsschwierigkeiten einen Mitvertragsabschluss grundsätzlich verweigert hat.

Die Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt hat viele Facetten. Deshalb hilft die Fachstelle auch Menschen, die aufgrund von Familien- und sozialem Status, Alter oder Behinderung Diskriminierung erfahren. Wenn Eltern beispielsweise wegen der Behinderung ihres Kindes eine Wohnung nicht bekommen, ist das ebenfalls eine Diskriminierung, die wir nicht dulden dürfen. Ebenso sind geflüchtete Menschen und Projekte, die sich für sie einsetzen, einem hohen Diskriminierungsrisiko ausgesetzt. 

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