Das grüne Umstiegskonzept - neue Energie für Berlin!

24.03.11 –

Berlin muss endlich seinen Beitrag zum Atomausstieg leisten, denn auch die Hauptstadt importiert Atomstrom. Dazu müssen wir als erstes unseren Energieverbrauch deutlich verringern - durch den Einsatz neuer Technologien und ein verantwortungsbewusstes Energieverhalten. Aufgabe der Politik ist es außerdem, den Einsatz Erneuerbarer Energien voranzutreiben.

Wir sind überzeugt: Eine grüne Energiewende wird nicht nur die Lebensqualität der Berliner Bürgerinnen und Bürger verbessern. Auch die Wirtschaft wird so neuen Schwung und neue Ideen bekommen.


Unsere Vision von der Klimahauptstadt Berlin baut auf folgenden Eckpunkten auf:

1. Berlin steigt um auf Ökostrom und senkt damit deutlich die CO2-Emissionen

Unser Ziel ist es, dass von Berlin keine Nachfrage nach Atomstrom mehr ausgeht. Was Bundesregierung und Senat nicht schaffen, kannst du herbeiführen, indem zu einem Ökostromanbieter wechselst (EWS, Lichtblick, Naturstrom oder Greenpeace Energy). atomausstieg/berlin-steigt-um-du-auch

Zum Stromwechsel-Rechner

Außerdem fordern wir, Berliner Steuergelder nicht weiter an Atomkonzerne wie Vattenfall zu geben und die polnischen Nachbarn aktiv vom Atomausstieg zu überzeugen.

 

2. Berlin baut ein "Intelligentes Kraftwerk"

Bis 2016 soll in Berlin ein intelligentes virtuelles Kraftwerk entstehen - mit einer größeren Leistung als alle konventionellen Berliner Kraftwerke. Dazu sollen Anlagen der Erneuerbaren Energien und Blockheizkraftwerke zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschaltet werden. Öffentliche Gebäude können so zu Kernen von Nahwärmenetzen werden. 

 

3. Berlin baut ein Einsparkraftwerk

Energie einsparen und Energieeffizienz sind die preisgünstigsten Neuen Energien. Durch den Einsatz moderner Effizienstechnologien wollen wir die Leistung eines mittleren Kraftwerks einsparen, und zwar mit folgenden Maßnahmen: Eine Energie-Kampagne soll über individuelle Energiespar- und Klimaschutzmöglichkeiten informieren, ein Klima-Stadtwerk wird mit der Wärmedämmung öffentlicher Gebäude beauftragt, private Wohungen werden schrittweise auf Niedrigenergiehaus-Standard saniert und effiziente Energietechnik wird mit einem Bürgschaftsmodell gefördert.

 

4. Erneuerbare Energien in fünf Jahres verfünffachen

Im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien ist Berlin im Jahr 2010 auf den letzten Platz abgerutscht. Berlins Potenzial wird bislang nur "in sehr geringem Maße" ausgeschöpft. Für die Nutzung von Solarenergie und Erdwärme ist der Standort Berlin beispielsweise sehr gut geeignet. Fünfmal mehr Erneuerbare Energien in fünf Jahren, das soll so gehen: bürokratische Hemmnisse abbauen, Biomasse gemäß einer nachhaltigen Strategie effizient und klimaschonend nutzen und die Potentiale von Windenergie endlich auch für Berlin nutzen.

 

5. Neue Energien für neue wirtschaftliche Dynamik

Mehr als 350 Unternehmen, etwa 30.000 Arbeitsplätze, mehr als 500 Experten, die zu energierelevanten Themen forschen - die Energietechnik besitzt schon heute einen hohen Stellenwert in der Berliner Wirtschaft. Genügend Gründe, ein "Cluster Energie" ins Leben zu rufen und Innovationen zu fördern, ohne länger auf das Erreichen einer kritischen Größe zu warten. Doch auch von energieeffizientem Wirtschaften können die Berliner Unternehemn profitieren - allein die BVG will so in den kommenden Jahren 200 Millionen Euro einsparen. Außerdem sollen eine aktive Ansiedlungspolitik für Unternehmen Erneuerbarer Energien betrieben und die Energieeffizienpotenziale des Landes Berlin genutzt werden - zum Beispiel in Form der Server-Abwärme von Verwaltungseinrichtungen.

 

6. Optimale Rahmenbedingungen für Energiepolitik in Berlin

Damit Klima- und Energiepolitik gelingen kann, braucht es Rahmenbedingungen und Strukturen, die dies fördern - statt wie bisher zu behindern. Deshalb werden wir in der nächsten Legislaturperiode folgende Maßnahmen beschließen: Mit einem Klimaschutzgesetz soll die Politik des Landes Berlin klar in Richtung Atomausstieg und Erneuerbare Energien orientiert werden. Gesetze und Verordnungen sollen auf energiepolitischen Auswirkungen überprüft und die Datenlage zum Berliner Energiebedarf und -verbrauch verbessert werden. Und wenn 2013/2014 die Konzessionsverträge für Gas, Strom und Fernwärme auslaufen, wird der Klimaschutz zentrales Kriterium für die Neuvergabe sein.