Mariannenplatzfest am 1. Mai

21.04.11 –

Der 1. Mai ist traditionell der Tag der Arbeiterbewegung – in seinen Anfängen der Tag des solidarischen Protests gegen die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeiterinnen und Arbeitern. In Berlin hat die Protestkultur seit 1987 eine Richtung eingeschlagen, die nur bedingt im Zusammenhang mit ihrem ursprünglichen Motor steht.

Damals, 1987, kam es am Rande eines friedlichen Straßenfestes am Lausitzerplatz zu Rangeleien zwischen Polizisten und anderen Menschen. Durch das unverhältnismäßig harte Eingreifen der Polizei wurde daraus eine heftige Auseinandersetzung der Feiernden und der Polizei, die die Menge mit Wasserwerfern und Tränengas auseinandertrieb. Nachdem sich die Polizei dann völlig überraschend zurückzog, nahm die Situation in Kreuzberg anarchische Züge an: ausgelassenes Feiern nach der gemeinsam ausgestandenen Angst, Musik und Alkohol, brennende Barrikaden, Feuerstellen auf der Straße, Geschäftsplünderungen. In den Morgenstunden schlug die Polizei dann zurück. Am Ende war SO36 ein Schlachtfeld.

Ein Akt des Aufbegehrens der Besitzlosen gegen die Herrschenden?  Eher eine aufbrausende Reaktion der Ohnmacht gegen den Gewalteinsatz der Polizei. Seit 1987 kommt es in Berlin immer wieder am 1. Mai zu Gewaltausschreitungen, vor allem am Rand der großen Demonstrationen. Aber es gibt auch die friedliche Gegenbewegung wie das Myfest, das seit 2003 seinen Teil dazu beiträgt, dass die Kreuzberger Maifeiern eben Feste sind und nicht Straßenschlachten. Dieses friedliche Feiern unterstützen wir ausdrücklich.

Feiert mit uns den 1. Mai, friedlich und ausgelassen!
Solidarisierung und Kampf für gerechte Lebensverhältnisse stehen nach wie vor auf der Agenda. Die Bündnisgrünen Friedrichshain-Kreuzberg veranstalten daher wie jedes Jahr am 1. Mai das Mariannenplatzfest mit politischer Diskussion, Informationsständen, Live-Musik und einem bunten Kinderfest.

Mariannenplatz, Kreuzberg
1. Mai 2011, 14 bis 20 Uhr

Dazu laden wir herzlich ein!