Prozess - Aufarbeitung

27.03.15 –

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und unser Umgang mit sexualisierter Gewalt.

Die Veranstaltung am 26.03.15 mit dem Gunda Werner Institut war authentisch. Die Beiträge und Diskussionen zeigten die, dem Thema angemessene, notwendige fachliche Tiefe. Sie offenbarten, welche Wegstrecke noch vor uns liegt. Das Projekt Aufarbeitung geht zusehends in einen Prozess der Aufarbeitung über.

Volker Beck appellierte auch aus den Erfahrungen seiner Vergangenheit, zu mehr Mut zum Nachfragen und zum Mut nicht wegzuschauen. Institutionen als möglicher Ort der Tat bewegen sich schwerfällig. Über Sexualität zu sprechen und offen damit umzugehen ist immer noch keine Selbstverständlichkeit. Es fällt immer noch schwer Grenzüberschreitungen anzusprechen, sie zu erkennen und mögliche strafrechtliche Relevanz anzuerkennen.

Prävention ist und bleibt das Gebot der Stunde. Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, hat es auf den Punkt gebracht, dass wir wissen welche Maßnahmen in der Kinder- und Jugendprävention wirksam sind, und sie notwendigerweise der Umsetzung bedürfen. Das bedeutet definitiv Geld in die Hand zu nehmen. Weit mehr als bisher. Prävention vermeidet menschliche Schicksale und Vergeudung materieller Ressourcen, war auch das Statement von Dagmar Freudenberg ( Staatsanwältin, Juristinnenbund e.V. ).

Diese klaren Worte bestätigen die LAG Gesundheit und Soziales sich weiterhin für die, über lange Zeit gewachsenen und entwickelten Hilfeangebote, mit noch mehr Nachdruck einzusetzen.

Wolfgang Schmidt, Sprecher/in LAG Gesundheit und Soziales