Verlässliche Personal- und Promotionsstrukturen in Berlin

01.07.15 –

In der Wissenschaft geht der Trend hin zu  immer weniger planbaren Lebens- und Arbeitsverhältnissen. Flächendeckende Befristungen in Folge der vorwiegenden Projektform in der Forschung und die Verknüpfung der Beschäftigung mit dem Zweck der Qualifikation (Promotion) durch das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) führen zu arbeitsrechtlichen Sondertatbeständen, die Befristungen und damit prekäre Beschäftigungsverhältnisse in nahezu beliebiger Länge erlauben. Unbefristete Stellen existieren in der Regel nicht. Die Befristungspraxis ist auch durch die mangelnde Mittelausstattung der Hochschulen bedingt, welche eine verantwortliche Personalführung und -planung seitens der Arbeitgeber*innen zur Erfüllung der Kernaufgaben an Hochschulen, Fachbereichen und Lehrstühlen erschwert.

Neben den strukturellen Problemen der Beschäftigungsverhältnisse während der Promotionsphase, haben die letzten Jahre durch die Fälle Schavan und Guttenberg große Schwächen in den eigentlichen Promotionsverfahren öffentlich gemacht. Berlin muss daher dringend seine Möglichkeiten der Landesgesetzgebung für die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Promotion als Qualifikationsphase nutzen. Dieses Papier entwickelt konkrete Lösungswege dafür, sowie für die Qualitätssicherung in Promotionsverfahren. Ferner will es Handlungsmöglichkeiten im Bereich der Personalstrukturen für die Promotions- und PostDoc-Phase aufzeigen, die auf Landesebene umsetzbar sind.