Marsch fürs Leben – christliche FundamentalistInnen und der Schutz des Lebens

Seit einigen Jahren veranstaltet der Bundesverband Lebensrecht den sogenannten Marsch für das Leben in der Mitte Berlins. Auch in diesem Jahr werden am 21. September christlich-fundamentalistische AbtreibungsgegnerInnen weiße Holzkreuze durch Berlin tragen, um ihrer eigenen Aussage nach derjenigen Kinder zu gedenken, die in Deutschland vor Ihrer Geburt getötet werden. Demonstriert wird für ein Verbot von Abtreibungen, von Präimplantationsdiagnostik und gegen die Übernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Krankenkassen.

Aus unserer Sicht befinden sich Frauen, die ungewollt schwanger sind, in einem Dilemma. Es ist eine sehr schwierige und persönliche sowie keinesfalls leichtfertige Entscheidung, wenn sich eine Frau gegen die Austragung einer Schwangerschaft entscheidet. Auch christliche Kirchen und Initiativen haben sich dafür engagiert, Frauen in dieser schwierigen Situation beizustehen und bieten Beratung an – weil das Verbot von Abtreibungen erwiesenermaßen kein Leben schützt. Unsere Gesellschaft hat sich aus gewichtigen Gründen dazu entschlossen, Schwangerschaftsabbrüche innerhalb eines festgelegten gesetzlichen Rahmens zu gestatten – dabei wird für eine bestimmte zeitliche Frist dem Selbstbestimmungsrecht der Frau über die Austragung einer Schwangerschaft Vorrang gegenüber dem Schutzrecht des ungeborenen Lebens gegeben. Historisch gesehen ist dies ein zivilisatorischer und emanzipatorischer Fortschritt – die Zeiten gefährlicher illegaler Abtreibungen sind damit endlich vorbei.Der Bundesverband Lebensrecht verbindet zudem die Forderung eines Abtreibungsverbots mit den Themen Präimplantationsdiagnostik und dem Begriff der Euthanasie – dies halten wir für eine unzulässige Vermengung und Vereinnahmung von wichtigen gesellschaftspolitischen Themen. Am 21. September 2013 werden verschiedene Bündnisse zu buntem und kreativen Protest gegen die selbsternannten „LebenschützerInnen“ aufrufen, an dem sich auch Aktive von Bündnis 90/Die Grünen beteiligen können. Wir wollen einen Tag vor der Bundestagswahl gemeinsam mit den BerlinerInnen auf die Straße gehen und den AbtreibungsgegnerInnen zeigen, dass für ihre rückschrittliche Ideologie kein Platz ist.

Am 21.September 2013 ab 13 Uhr am Brandenburger Tor/Platz des 18.März