Selbstbestimmt Leben: Alle nach ihrer Fasson

Der Kampf für ein freies, lebenswertes und weltoffenes Berlin ist keine Nischenpolitik.

Vielen Menschen gilt Berlin als Mekka der Freiheit. Das Bild der weltoffenen Stadt, in der alle nach ihrer Fasson glücklich werden können, hat sich seit Jahrhunderten verfestigt. Trotz langer Phasen von Unfreiheit, Terror und staatlicher Verfolgung, die es historisch – trotz teilweise anderslautender Versprechungen – immer wieder gab.

Fasziniert sind davon auch all jene, für die ein selbstbestimmter Alltag nur beschränkt möglich ist, weil sie mit Diskriminierung, Rassismus oder anderen Hemmnissen und Benachteiligungen zu kämpfen haben. Seien es Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Gläubige oder Nichtgläubige, LGBTIQ*, Schwarze Deutsche oder People of Color: Sie alle wollen hier nach ihrer Fasson glücklich werden.

Der Kampf für ein freies, lebenswertes und weltoffenes Berlin ist keine Nischenpolitik. Eine Politik der Selbstbestimmung dient letztlich dem Gemeinwohl und ermöglicht allen ein besseres Leben. Daher ist es entscheidend, dass wir, wenn wir über ein selbstbestimmtes Leben sprechen, die ganze Gesellschaft in den Blick nehmen und eben auch mit Kaninchenzüchter*innen, Hedonist*innen oder Parkschützer*innen sprechen.

Uns ist bewusst: Ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe setzen voraus, dass die grundlegenden materiellen Bedarfe gedeckt sind. Genauso bewusst ist uns: Jenseits dessen gibt es andere Barrieren und Benachteiligungen, die der Verwirklichung von Selbstbestimmung und gleichberechtigter Teilhabe entgegenstehen. Deshalb haben wir uns in einem einjährigen Prozess intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Zunächst hat unser Landesvorsitzender Werner Graf im zweiten Halbjahr 2018 unter dem Motto "Selbstbestimmt Leben: Alle nach ihrer Fasson" über 30 zivilgesellschaftliche Akteur*innen besucht und sie gefragt, was selbstbestimmtes Leben für sie bedeutet und was getan werden muss, damit alle Menschen in Berlin ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Auf einem Kongress im Februar 2019 haben wir die Themen dann vertieft.

Auf Grundlage der Tour und des Kongresses ist dann ein Grundsatzpapier entstanden, das wir auf unserer Landesdelegiertenkonferenz am 6. April 2019 verabschiedet haben und das zahlreiche Ziele definiert, für die wir nun politisch einstehen werden.