Tibor Harrach

Listenkandidat

Listenplatz: 

42



Liebe Freud*innen,

Berlin ist frei, weltoffen, tolerant und fühlt in vielerlei Hinsicht grün. Das genießen wir und unsere Besucher.

Trifft dieses Lebensgefühl auf die Realität der Berliner Drogenpolitik gibt es ein böses Erwachen. Drogengebraucher*innen  

sind Strafverfolgung und Ausgrenzung ausgesetzt: Führerscheinverlust, auch wenn man nicht am Straßenverkehr teilnimmt und

die Tatsache, dass ein erheblicher Teil der Insassen in den Berliner Gefängnissen wegen Drogendelikten inhaftiert ist, sind

Zustände, die ich beseitigen möchte. Auf der anderen Seite wird für die legalen Drogen Alkohol und Tabak mit Plakaten in der

U-Bahn und mit Kinospots geworben und dabei massive gesundheitlichen Schäden in Kauf genommen. Auch damit möchte ich Schluss machen.

In vielen Teilen der Welt findet derzeit ein Umdenken in der Drogenpolitik statt. In den USA und Uruguay wurde der Verkauf von Cannabis

legalisiert. Auch in Europa gibt es einen unaufhaltsamen Trend zur Legalisierung. Neben dem niederländischen Coffeeshop-Modell toleriert Spanien Cannabis Social Clubs.

Die Legalisierung liegt in der Luft, und damit sie Wirklichkeit wird, brauche ich Eure Stimme.

Seit vielen Jahren bin ich in der Drogenpolitik und Suchtprävention engagiert und habe bei den verschiedenen Konsumentengruppen durch

Beständigkeit Ansehen und Vertrauen erworben. Dieses Kapital möchte ich als Mitglied der Abgeordnetenhausfraktion für eine Neuausrichtung

der Berliner Drogenpolitik einsetzen:

Ich werde den regulierten Cannabisverkauf in die Realität umsetzen. Dabei hat für mich Jugendschutz und die Verbindung des Verkaufs mit

Prävention und Frühintervention oberste Priorität. Die Erfahrungen, die ich in der von mir geleiteten Apotheke mit der Abgabe von medizinischem

Cannabis habe, meine Verantwortung für den Anbau der Hanfpflanzen im Hanfmuseum und vor allem meine Mitarbeit im Projekt „Regulierter Verkauf von

Cannabis in Friedrichshain-Kreuzberg“ werden dem Anliegen die nötige Schubkraft verleihen.

Drugchecking, die chemische Analyse von illegalen Drogen zum Schutz der Konsumenten vor Überdosierungen und giftigen Verunreinigungen, muss es wieder

in Berlin geben. In den 1990er Jahren habe ich als Vorsitzender des Vereins Eve & Rave Drugchecking in Kooperation mit dem Gerichtsmedizinischen Institut der

Charité durchgeführt, bis diese Arbeit durch die Politik beendet wurde. Seit dem setze ich mich mit der Drugchecking Initiative Berlin-Brandenburg für die

Wiedereinführung von Drugchecking ein. Über das TEDI-Projekt, dass Drugchecking europaweit vernetzt, kenne ich alle erfolgreichen Projekte in Europa. Mit diesen Erfahrungen und meiner guten Vernetzung werde ich Drugchecking in Berlin zügig umsetzen.

Für die Aidshilfe organisiere ich bundesweit Veranstaltungen zum Thema Drogengebrauch und HIV und wirke damit in spezielle Szenen der schwulen Subkultur hinein.

Für diese und für andere gesellschaftlichen Gruppen, wie Migranten und Jugendliche, will ich maßgeschneiderte Präventionsangebote schaffen und dafür mehr Mittel

zur Verfügung stellen.

Wer von Drogen abhängig ist braucht frühzeitig Hilfe und keine Strafverfolgung. Ich werde dafür sorgen, dass alle Drogengebraucher*innen entkriminalisiert werden,

in dem die Einstellungsmöglichkeiten von Strafverfolgung auf den Eigenkonsum betreffenden Handlungen konsequent zur Anwendung kommen. Ich werde mich für den bedarfsgerechten Ausbau der Berliner Suchthilfe einsetzen. Die unsinnigen Hürden, die nach wie vor Substitutionstherapie und ärztliche Originalstoffvergabe behindern, werde ich aus dem Weg räumen.

Für meine Kandidatur habe ich das Votum der LAG Drogenpolitik. Ich erbitte auch um Euer Vertrauen.

Tibor