Wir haben es satt: Berlin braucht eine Ernährungswende

Zur Großdemonstration "Wir haben es satt" am Samstag, den 18. Januar 2020, erklärt Nina Stahr, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Berlin:

"Wir Grünen kämpfen seit unserer Gründung für eine Landwirtschaft, die mit der Natur und nicht gegen sie arbeitet. Statt agrarindustriellen Fleischfabriken wollen wir eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft, die gutes Essen ohne Gift, Gentechnik und Tierquälerei produziert. Dafür gehen wir auch dieses Jahr wieder mit einem breiten Bündnis auf die Straße und setzen uns für die Agrar- und Ernährungswende ein.

In Berlin wollen wir den Absatz von regionalen, saisonalen, und ökologisch produzierten Lebensmitteln deutlich erhöhen. Auf Initiative unseres grünen Senators Dirk Behrendt hat der Senat deshalb im letzten Jahr eine Ernährungsstrategie für Berlin beschlossen. Ziel ist zum Beispiel, dass ab Sommer 2020 der Bio-Anteil am Grundschulessen von derzeit 15 Prozent auf 30 Prozent steigt, ab Sommer 2021 sogar auf 50 Prozent. Außerdem sollen in den Kantinen von Behörden, Krankenhäusern oder auch Pflegeeinrichtung nachhaltige, saisonale und biologische Produkte frisch zubereitet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die "Kantine Zukunft" Ende vergangenen Jahres ihre Arbeit aufgenommen. Diese Institution ist einmalig in Deutschland. Nach und nach wird das Team der Kantine Zukunft Großküchen und Catering-Unternehmen dabei unterstützen, die Gemeinschaftsverpflegung umzustellen.

Für die Umsetzung der Berliner Ernährungsstrategie sind wir aber auf die Landwirtschaft im Rest der Bundesrepublik angewiesen, zum Beispiel in unserem Nachbarland Brandenburg. Bisher fehlt noch das ausreichende Angebot, um etwa unsere Schulen flächendeckend mit Bio-Essen zu versorgen. Deshalb brauchen wir dringend eine Agrarwende in ganz Deutschland. Nur wenn in Brandenburg genügend Bäuerinnen und Bauern ökologisch und nachhaltig produzieren, können wir in Berliner Schulen, Krankenhäusern und öffentlichen Kantinen gutes Essen anbieten."