Berliner Grüne zu neuen Zahlen zu rassistischer und rechter Gewalt in Berlin

21.04.26 –

Heute hat die Beratungsstelle für Betroffene von rassistischer und rechter Gewalt in Berlin, ReachOut, ihre Zahlen zu rassistischer und rechter Gewalt für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen zeigen, dass Berliner*innen auch 2025 zu einem erschreckenden Ausmaß von rassistischer und rechter Gewalt betroffen waren. Hierzu kommentiert Philmon Ghirmai, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen Berlin:  

"358 tätliche Angriffe und massive Bedrohungen in einem Jahr bedeuten, in Berlin wird fast jeden Tag ein Mensch angegriffen, weil er nicht ins Weltbild der Täter passt. Das sind 358 Angriffe und Bedrohungen zu viel. Dass die Zahlen erneut gestiegen sind und damit den höchsten Stand seit 2019 erreichen, ist ein politisches Versagen mit Ansage. Besonders antimuslimischer und antischwarzer Rassismus nehmen weiter zu. Rassistische und rechte Gewalt ist längst bittere Realität im Alltag vieler Menschen und ein gravierendes Sicherheitsproblem, insbesondere für diejenigen, die ohnehin Diskriminierung erfahren.  

Besonders erschütternd ist, dass immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen sind. Wir sehen damit nicht nur einen Anstieg der Fallzahlen, sondern auch eine neue Qualität der Gewalt. Solche Gewalterfahrungen haben für Kinder gravierende und traumatisierende Folgen. Wenn junge Menschen früh erleben, dass sie nicht ausreichend geschützt werden, untergräbt das ihr Vertrauen in unseren Rechtsstaat nachhaltig.  

Viele Betroffene und ihre Familien organisieren sich selbst und unterstützen sich gegenseitig. Dieses Engagement ist wichtig, darf staatliche Verantwortung aber nicht ersetzen. Es braucht starke, communitybasierte Beratungsstellen, die Betroffene begleiten, auch im Umgang mit Polizei und Justiz, damit diese nicht weiter hinter deren Wirklichkeit zurückbleibt. 

Rassistische und rechte Gewalt passiert auf der Straße, im öffentlichen Nahverkehr, im Wohnumfeld und in Bildungseinrichtungen. Öffentliche Unternehmen wie die BVG stehen in der Pflicht, wirksame Schutzkonzepte umzusetzen und sichere Räume für alle zu gewährleisten. 

Der Senat muss endlich konsequent handeln: Rassistische Tatmotive müssen von Polizei und Justiz anerkannt und verfolgt werden, Beratungs- und Unterstützungsstrukturen müssen gesichert und ausgebaut werden, und Betroffene müssen wirksam geschützt werden, statt durch Täter-Opfer-Umkehr zusätzlich belastet zu werden.

Wer in politischen Debatten Ressentiments schürt oder rassistische und rechte Narrative bedient, trägt Verantwortung für diese steigenden Zahlen. Dem Treten wir entschieden entgegen, damit alle Menschen sicher und frei in Berlin leben können."

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Buntes Berlin, vielfältige Stadt.