GENDERGERECHTIGKEIT AUCH FÜR FÜHRUNGSPOSITIONEN IN DER BERLINER VERWALTUNG UMSETZEN!

GENDERGERECHTIGKEIT AUCH FÜR FÜHRUNGSPOSITIONEN IN DER BERLINER VERWALTUNG UMSETZEN!

Das Land Berlin beschäftigt fast 120.000 Menschen und steht bei der Verbesserung seiner Attraktivität als Arbeitgeber in mehrfacher Hinsicht unter Reformdruck (u.a. demographischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung). Zwar gibt es bereits Ansätze, diese Reformen einzuleiten und das Land Berlin als Arbeitgeber attraktiver zu machen, wirksame Maßnahmen für Gendergerechtigkeit stehen allerdings aus. Der Frauenanteil bei den Beschäftigten auf Landes- und Bezirksebene beträgt ca. 60%. Führungspositionen sind jedoch zu 80% von Männern besetzt (vgl. Statisches Landesamt Berlin, 2018). Dieses eklatante Ungleichgewicht mit Blick auf Frauen in Führungspositionen bedarf gezielter gesamtstädtischer Steuerung bei der Weiterentwicklung der Führungskultur und der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst. Eine gendergerechte Maßnahmenplanung ist unabdingbar, soll nicht die Mehrheit der Beschäftigten von vorne herein benachteiligt werden. Um nicht nur privilegierte Frauen zu fördern, muss eine gerechte Frauenförderung intersektional ausgerichtet sein.  

Es fehlen im öffentlichen Dienst in Berlin Anreize für Frauen, Führungsaufgaben anzustreben. Ein weiteres Hindernis besteht darin, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere für Führungskräfte mit großen Hürden verbunden ist, wovon aktuell leider überwiegend Frauen betroffen sind. Dies führt in der Praxis dazu, dass sich qualifizierte Frauen nicht bewerben und Führungsverantwortung als unattraktiv bewerten.

Die Frauen*Vollversammlung/Frauen*Konferenz fordert daher die Abgeordnetenhausfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass Gendergerechtigkeit in der Berliner Verwaltung auf allen Hierarchieebenen umgesetzt wird. Dabei ist die Entwicklung einer gendergerechten Führungskultur und die systematische Personalentwicklung für Frauen als ein besonderer Schwerpunkt zu beachten. Dazu zählen spezifische Pilotprojekte zu Gendergerechtigkeit in der Führungskultur, gendergerechte Anforderungen an Führungskräfte und gendergerechte Arbeitsbedingungen.