LAG Frauen* und Gender: Reproduktive Gerechtigkeit

Datum

  • 30.06.21 19:00 Uhr

Veranstalter

Liebe Alle,

wir möchten euch herzlich zu unserer Junisitzung zu intersektionalem Feminismus mit Schwerpunkt aufReproduktive Gerechtigkeit’ am Mittwoch, 30.6.21, 19-21:00 Uhr einladen.

Vorab gibt es ab 18:30 Uhr wieder ein Neuentreffen der LAG Frauen* und Gender, bei dem wir gern kurz die Arbeit der LAG vorstellen und alle Eure Fragen beantworten.

Wo:  Wenn Ihr an der Sitzung teilnehmen möchtet und nicht auf dem LAG-Verteiler seid, meldet Euch bitte unter lag.frauen@gruene-berlin.de

Die Sitzung findet gemeinsam mit der AG Feminismus Neukölln statt und ist der Auftakt einer lose und dezentral organisierten Sitzungsreihe zu intersektionalem Feminismus, in der feministische Themen nochmal dezidiert und systematisch intersektional gedacht werden.

In der Sitzung möchten wir uns gemeinsam mit der Referentin Derya Binışık vom Gunda-Werner Institut dem Thema widmen, dass das Gebären und geboren werden von Menschen gesellschaftlich unterschiedlich bewertet wird: Bis 2011 mussten sich trans*Menschen sterilisieren lassen, wenn sie ihre Namen offiziell ändern wollten. Lesbische Mütter müssen Adoptionsverfahren für ihre Kinder durchlaufen und inter*Babys werden z.T. medizinisch unnötigen Operationen unterzogen, die teilweise mit Sterilisation einhergehen. Illegalisierte Menschen haben kein Anrecht auf Sorgerechte für ihre Kinder mit nicht-illegalisierten Partner*innen. Es gibt Berichte, dass bei geflüchteten Frauen häufiger Kaiserschnitte – die billiger sind – durchgeführt werden. In Jobcentern wurden Menschen gesagt, dass der Verlust eines Jobs aufgrund von Schwangerschaft heißt, dass sie sich selbst für die Arbeitslosigkeit entschieden haben. Migrantisierte und/oder Frauen in prekarisierten Berufen berichten darüber, wie ihnen die Fähigkeit abgesprochen wird, sich um ihre Kinder zu kümmern. Elterngeld ist einkommensabhängig. Während weiße mittelklasse Frauen unter Druck gesetzt werden Kinder zu bekommen, werden migrantisierte sogenannte ‚Großfamilien‘ abgewertet. Historisch war es für weiße Frauen in Deutschland praktisch unmöglich, eine Sterilisationen zu bekommen während marginalisierte Frauen dazu gedrängt oder, zum Beispiel während des Nationalsozialismus, dazu gezwungen wurden. Global gesehen fließen sogenannte Entwicklungsgelder in Programme die Menschen im Globalen Süden zu Verhütung drängen.

Reproduktive Gerechtigkeit reformuliert sexuelle Selbstbestimmung aus marginalisierten Perspektiven – und damit auch aus den Perspektiven derjenigen, deren Gebären oder deren Geburt gesellschaftlich in Frage gestellt wird. In der Sitzung wird uns sowohl um eine Einführung in das Konzept ‘Reproduktive Gerechtigkeit’ gehen, als auch um konkrete Problem in Deutschland und Berlin, die politisch angepackt werden wollen.

Wir freuen uns auf euch!

Herzliche Grüße

Bahar, Ju, Sana, Irina und Miriam

Datum

  • 30.06.21 19:00 Uhr

Veranstalter