News: Keine Zerschlagung der S-Bahn

Keine Zerschlagung der S-Bahn

Die Arbeitnehmer*innenorganisationen der drei Berliner Koalitionsparteien, die Arbeitsgemeinschaft für

Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD, die Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb&Gewerkschaft (DIE LINKE)

und GewerkschaftsGrün (DIE GRÜNEN) kritisieren die am 12. November vom Senat beschlossenen

Eckpunkte zur Vergabe von S-Bahn-Strecken Wir teilen die Befürchtung der Eisenbahn- und

Verkehrsgewerkschaft, EVG, dass mit diesem Ausschreibungskonzept erhebliche Nachteile für die

Beschäftigten der S-Bahn und für die Fahrgäste in Berlin und Brandenburg drohen. AfA, GewerkschaftsGrün

und Betrieb&Gewerkschaft fordern deshalb, die Eckpunkte in Abstimmung mit der neuen Brandenburger

Landesregierung umzugestalten:

Die Weiterbeschäftigung aller betroffenen Arbeitnehmer*innen der S-Bahn-GmbH unter den aktuell

bestehenden Arbeits- und Sozialbedingungen (nach bestehendem EVG-Tarifvertrag, der für alle

Beschäftigtengruppen gilt) muss garantiert werden. Mögliche neue Betreiber müssen hierauf

verpflichtet werden. Die Beschäftigungssicherung muss als soziales Kriterium in die Bewertung der

Angebote einfließen.

Durch unterschiedliche Betreiber der S-Bahn-Strecken droht Chaos durch fehlende Abstimmung.

Schon bei Ausschreibung muss festgelegt werden, dass die Bewerber ein solides Konzept für den

Umgang mit den Schnittstellen zwischen den Strecken vorlegen müssen. Dies muss zudem ein hohes

Gewicht bei der Bewertung der Angebote erhalten.

Wir lehnen eine Verpflichtung der Bewerber ab, auf Kosten der Länder Berlin und Brandenburg eine

neue Betriebsstätte zu errichten, selbst wenn ein Bewerber bereits über Werkstätten verfügt. Dies ist

eine indirekte Subventionierung privater Bewerber und Verschwendung öffentlicher Mittel.

Grundsätzlich lehnen wir die Ausschreibung der S-Bahn und insbesondere die Ausschreibung von

Teilstrecken ab. Wir wollen keine Privatisierung auf Kosten von Beschäftigten und Fahrgästen. Der

S-Bahn-Betrieb muss aus einer Hand erfolgen. Wir fordern deshalb das Abgeordnetenhaus und den

Senat auf, durch eine Bundesratsinitiative darauf hinzuwirken, dass das Bundesgesetz gegen

Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) so geändert wird, dass eine Direktvergabe an die S-Bahn

Berlin GmbH möglich wird.