Grüne sagen Teilnahme am Berliner CSD ab

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) QueerGrün der Berliner Grünen nimmt 2014 nicht an der „Stonewall CSD Parade 2014“ des Berliner CSD e.V. teil. Nach monatelangen Diskussionen über die umstrittene Namensänderung der Parade mit dem Verein, seinen Mitgliedern und in der Community entschied die LAG QueerGrün nun, der Veranstaltung fern zu bleiben. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und im Vorfeld wiederholt Gespräche mit dem CSD-Vorstand über das umstrittene Konzept geführt – leider ohne Erfolg“, sagt Ulli Reichardt, Sprecher der LAG. Über die Teilnahme an einer alternativen Veranstaltung sei noch nicht entschieden worden.

„Es entspricht nicht unserem Demokratieverständnis, wenn die Wünsche und Sorgen der Community ignoriert werden“, sagt Maria Meisterernst, Sprecherin der LAG. An dem Alleingang vom CSD-Vorstand gibt es breite Kritik. „Alle Versuche, die geplanten Veränderungen 2014 auszusetzen, um in Ruhe mit allen Beteiligten über das weitere Vorgehen zu diskutieren, wurde von den Verantwortlichen leider abgelehnt“, bedauert Meisterernst. Als Mitglied des CSD e.V. fordern die Grünen den Vorstand auf, die Diskussion fortzusetzen und keine Tatsachen zu schaffen.

Hintergrund: Beim CSD-Forum am 24. April 2014 zeigten sich Geschäftsführer und Vorstand des CSD e.V. trotz verschiedener Kompromissvorschläge und Vermittlungsversuche nicht bereit, ihr umstrittenes Konzept und die Namensänderung zu überdenken. Ein Treffen am 23. April zwischen der LAG und dem Vorstand des CSD e.V. zum selben Thema blieb ebenfalls ohne Ergebnis.