Bildung auch außerhalb der Schule stärken: Umwelt- und Naturbildung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung

Von Turgut Altug

Nachhaltige Entwicklung soll in allen Bildungsbereichen verankert werden - dies war das Leitbild in der UN-Dekade zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung von 2005 bis 2014. Im Rahmen dieses Leitbildes wurden auch in Berlin zahlreiche Netzwerke und Lernorte gefördert und für ihre Arbeit ausgezeichnet.

Auch nach der UN-Dekade muss Bildung für nachhaltige Entwicklung ein wichtiger Bestandteil der Bildung von Jugendlichen und Kindern bleiben. Die Vermittlung von Wissen wie und wo beispielsweise Nahrung produziert wird und welche Auswirkung der Klimawandel in den kommenden Jahren und Jahrzenten auf uns haben wird, muss in das schulische Curriculum fest integriert werden.

Was macht Berlin?

Neben der Wissensvermittlung in den Schulen werden in den kommenden Jahren auch zunehmend außerschulischen Lernorte als Orte zur Umwelt- und Naturbildung sowie für BNE entwickelt werden. Berlin bietet hierfür nahezu perfekte Bedingungen. Zahlreiche Akteure/innen, wie etwa die Umwelt-und Naturbildungseinrichtungen, Gartenarbeitsschulen, Waldschulen, sind in diesem Bereich bereits tätig und bieten den Schul- und Kitakindern zahlreiche Möglichkeiten.

Leider muss konstatiert werden, dass für die vorigen Berliner Senate in den vergangenen Jahren die o.g. Bereiche eine eher untergeordnete Rolle spielten und dem Stellenwert des Themas nicht gerecht wurden. Dies hat und hatte verschiedene Gründe, wie beispielsweise die mangelhaft personelle Ausstattung in den Verwaltungen und die unklare Zuordnung dieser Themen. 

Was macht r2g in den kommenden Jahren?

Ich habe mich, zusammen mit meinen Kollegen/innen im Abgeordnetenhaus, in den vergangenen Haushaltsberatungen mit Erfolg dafür eingesetzt, dass die Umwelt- und Naturbildung aber auch Bildung für nachhaltige Entwicklung in Zukunft ein wichtiger Bestandteil des schulischen aber auch außerschulischen Unterrichts werden. Dieses Ziel wird mit verschiedenen Maßnahmen verfolgt. Eine wichtige Säule hierbei ist die Schaffung einer koordinierenden Personalstelle in der Verwaltung. Des Weiteren ist es mir, uns Grünen im Abgeordnetenhaus gelungen, dass Umwelt- und Naturbildungseinrichtungen, wie etwa die Freilandlabore Marzahn und Britz mit mehr finanziellen Mitteln unterstützt werden und so ihre wichtige Arbeit ausweiten können. Gleiches gilt für kleinere, innovative Initiativen wie etwa dem Ernährungsrat, dem Verein NAHhaft oder dem Imkerverband die ebenfalls finanziell besser ausgestattet werden. Ein wichtiges Fundament werden in Zukunft auch die Umweltbildungszentren sein. Die bereits bestehenden Umweltbildungszentren werden finanziell besser gestellt und die bestehenden Strukturen werden ausgeweitet und weitere Angebote realisiert. Hierfür wurden im Haushalt 2018/19 insgesamt 1,75Mio.€ veranschlagt.

Ein weiterer wichtiger und zentraler Ansatzpunkt ist die Entwicklung und Stärkung von bestehenden Netzwerken. Welche Bedeutung diesem Punkt zukommt, wurde beispielsweise bei der von mir initiierten Fachtagung „Grün im Kopf“ im März deutlich. Mit fast 200 Personen war diese Veranstaltung mehr als gut besucht. Bei nahezu allen Beiträgen wurde angemerkt, dass es bisher an eben solchen Netzwerken mangelt, die ihre Tätigkeiten nach außen kommunizieren und die bereits bestehenden Angebote an die Schulen und andere Bildungseinrichtungen herantragen.

Insgesamt katapultiert sich Berlin mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Finanzmittel, im Vergleich zu den anderen Bundesländern, von einem Platz am Ende der Rangliste in die Spitzenreiterposition. Ich bin daher zuversichtlich, dass in den kommenden Jahren Berlin bei der Umwelt- und Naturbildung aber auch bei Bildung für nachhaltige Entwicklung mehrere Schritte nach vorne machen wird und vor allem in den außerschulischen Lernorten Kinder für eine nachhaltigere Zukunft begeistert werden können. 

Turgut Altug ist ist Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und Sprecher für Umwelt- und Naturbildung.

 

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