Ein feministischer Feiertag für Berlin - Der 8. März bleibt Frauenkampftag

Vorläufiger Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz am 24.11.2018: Ein feministischer Feiertag für Berlin - Der 8. März bleibt Frauenkampftag

Die Debatte um einen weiteren gesetzlichen Feiertag für Berlin erreicht die Zielgerade. Als feministische Partei freuen wir uns, dass sich immer mehr Menschen hinter dem Vorschlag für den 8. März versammeln.

Als Erb*innen der 68er ist Emanzipation eines unserer zentralen Gründungsmotive. Entstanden auch aus der Frauenbewegung kämpfen wir seit 40 Jahren gegen patriarchale Strukturen, für die Rechte und die Gleichstellung von Frauen. In diesem Jahr erinnern uns “100 Jahre Frauenwahlrecht” daran, wie viel Frauen schon erkämpft haben. Fortschritte bei der Emanzipation von Frauen sind ein guter Grund zu feiern. Gleichzeitig ist für uns aber auch klar: Es ist noch lange nicht genug!

Blumen sind kein Ausgleich für weniger Lohn und mehr Sorgearbeit. Warme Worte helfen nicht gegen Gewalt und Sexismus. Ein feuchter Händedruck garantiert nicht das Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Damit Frau am Frauentag wirklich Grund zu feiern hat, muss noch viel passieren. Gerade in Zeiten, in denen rechte und autokratische Kräfte in ganz Europa versuchen Frauenrechte zu bekämpfen, ein Sexist im Oval Office sitzt und Frauen weltweit unterdrückt werden, müssen wir nicht nur bereits Erkämpftes verteidigen, sondern für mehr streiten. Hier haben wir gerade auch eine internationale Verantwortung.

Deshalb ist der 8. März für uns Grüne kein Tag der roten Rosen. Sondern ein Datum, an dem wir auf die Straße gehen. Bei der Einführung eines Feiertags am 8. März ist uns wichtig, dass dieser Tag politisch bleibt. Denn Berlin braucht keinen weiteren “Muttertag”, an dem Frau für platte Stereotype der Mehrheitsgesellschaft gefeiert wird. Wir werden deshalb dafür sorgen, dass der 8. März auch als Feiertag kämpferisch bleibt.

Wir Grüne sind die Partei der Frauen, wir werden nicht nur mehrheitlich von Frauen gewählt, sondern auch geführt. Wir wollen Berlin zur Stadt der Frauen machen und treten dafür ein, dass jedes Jahr auch wirklich gleichstellungspolitische Erfolge gefeiert werden können. Wie etwa das Parité-Gesetz oder die Lohngleichheit. Denn ohne ist die Hälfte des Kuchens nicht mal ein Viertel wert. Oder die Abschaffung des §219a, die längst überfällig ist. Den 8. März nehmen wir dafür als Motivation, um Bilanz zu ziehen und für Frauenrechte und Gleichstellung in Berlin aber auch weltweit zu streiten.